
Über 80 Prozent aller Arbeitsunfälle gehen auf unsicheres Verhalten zurück – nicht auf technische Defekte. Genau hier setzt Behavior Based Safety (BBS) an: Der Ansatz macht sicheres Verhalten sichtbar, messbar und dauerhaft verankerbar. Richtig implementiert senkt BBS die Unfallzahlen evidenzbasiert um 50 bis 80 Prozent.

BBS geht auf E. Scott Geller (1980er-Jahre) zurück. Kerngedanke: Verhalten wird durch seine Konsequenzen gesteuert – und positive Verstärkung ist der einmaligen Korrektur langfristig überlegen.
Konsequent eingeführte BBS-Programme reduzieren die Unfallzahlen innerhalb von zwei bis fünf Jahren um 50 bis 80 Prozent (Krause 1997, Geller 2001, Sulzer-Azaroff & Austin 2000).
| Schritt | Inhalt |
|---|---|
| D – Define | Konkretes, messbares, beobachtbares Verhalten definieren |
| O – Observe | Strukturierte Beobachtung mit Checkliste, anonym |
| I – Intervene | Sofortiges Feedback auf Augenhöhe, Ursachen verstehen |
| T – Test | Wirksamkeit an Kennzahlen messen (Safe Behavior Index) |
Das DO-IT-Modell ist ein Kreislauf: Nach dem Test geht es zurück zur Definition.

Der Effekt einer Unterweisung auf das tatsächliche Verhalten ist nach etwa sechs Wochen weitgehend verpufft. Die Gründe:
Pflichtunterweisungen bleiben bestehen – BBS ergänzt sie um die verhaltensnahe Dimension.

Ohne positive Fehlerkultur funktioniert BBS nicht:
Ein 2025 zunehmend diskutiertes Feld sind Blackout-Szenarien – der Ausfall von Strom, IT, Kommunikation oder kritischer Infrastruktur. Die bundesweiten Übungen 2023 bis 2025 haben gezeigt: Viele Betriebe sind schlecht vorbereitet. Verhalten in Ausnahmesituationen hängt stark von der alltäglichen Sicherheitskultur ab. Typische Blackout-Themen für BBS-Programme:
| Phase | Inhalte |
|---|---|
| Monate 1–3 – Vorbereitung | Management-Commitment, Steuerungsteam, Pilotbereich, Beobachtungsbögen, Beobachterschulung (16 Std.) |
| Monate 4–6 – Pilot | Beobachtungsrunden 2–3 pro Woche, Feedback-Gespräche, Safe Behavior Index |
| Monate 7–9 – Ausrollen | Erweiterung auf weitere Bereiche, Integration in ASA und Gefährdungsbeurteilung |
| Monate 10–12 – Verstetigung | Routinen verankern, Reporting, Verbindung zu Belohnungssystemen |
Behavior Based Safety ersetzt keine Pflichtunterweisung, sondern macht Sicherheitskultur im Alltag wirksam. Entscheidend sind Freiwilligkeit, wertschätzendes Feedback, Management-Commitment und die Verzahnung mit der Gefährdungsbeurteilung. Sie möchten BBS in Ihrem Betrieb einführen? Fordern Sie ein unverbindliches Angebot an – wir begleiten Sie von der Beobachterschulung bis zur Verstetigung.
