
Wer heute an die IAAI Arbeitssicherheit GmbH denkt, denkt an Arbeitsmedizin, Arbeitssicherheit, Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und digitale Präventionslösungen. Die Geschichte des Unternehmensumfelds reicht jedoch weiter zurück – und berührt ein ungewöhnliches Kapitel norddeutscher Luftfahrtgeschichte: den regionalen Flugverkehr zur Hochseeinsel Helgoland.
Um das Jahr 2000 trat Helgoland Airlines als kleine deutsche Inselfluggesellschaft auf. Zeitgenössisches Werbematerial warb mit dem Slogan „Wir schaffen Verbindungen" und nannte ausdrücklich: „Ein Unternehmen der IAAI". Ein fast vergessenes, aber aufschlussreiches Stück Unternehmenshistorie – denn es zeigt, wie früh Sicherheit, Medizin, Technik und Organisation im IAAI-Umfeld zusammengedacht wurden.

Die Ursprünge der Gesellschaft werden in Luftfahrtverzeichnissen auf die frühen 1990er-Jahre datiert. Das Unternehmen wurde ursprünglich als IAAI Air Service GmbH gegründet mit Stationierung am Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel und Sitz in Sande (Friesland) als ein Unternehmen der IAAI Gruppe. Der Flugbetrieb wurde bis zum 29.01.20203 fortgeführt bis aufgrund von regulatorischen Änderungen und der Intensivierung des Schiffsverkehrs der Betrieb nicht mehr rentabel war und der Betrieb eingestellt wurde. Die Helgoland Airlines operierte in einem schwierigen Umfeld – spezialisierte Flugzeuge, erfahrene Crews, technische Infrastruktur und ausreichend Nachfrage müssen zusammenkommen, während Wetter und Saison den Betrieb stark beeinflussen.
Der erhaltene Flugplan aus dem Jahr 2000 zeigt ein dichtes Netz sogenannter Nordsee-Fluglinien. Im Mittelpunkt stand die schnelle Anbindung Helgolands an das Festland. Zu den wichtigsten Verbindungen gehörten:
Je nach Strecke verkehrten tägliche beziehungsweise werktägliche Verbindungen. Besonders die Route Cuxhaven/Nordholz – Helgoland war auf kurze Flugzeiten ausgelegt: Der Flugplan weist hier rund 20 Minuten Flugzeit aus. Damit war die Linie ideal für Tagesgäste, Geschäftsreisende und wetterabhängige Reiseplanung eine schnelle Alternative zur Schiffsverbindung. Der Slogan „Wir schaffen Verbindungen" traf den Kern: Die Airline verband Orte, die geografisch nah wirkten, im Alltag aber durch Wasser, Wetter und Fahrzeiten getrennt waren.
Der Flugplan dokumentiert auch die damaligen Preise in D-Mark. Für Tagesausflüge wurden kombinierte Hin- und Rückflüge angeboten, unter anderem:
Neben dem Linienverkehr gab es exklusive Charterflüge mit Jet- oder Propellerflugzeugen sowie Rundflüge nach Wunsch

Helgoland Airlines setzte kleine, zweimotorige Flugzeuge ein, die für kurze Strecken und kleine Flugplätze geeignet waren. Öffentlich genannt werden insbesondere:


Gerade die Britten-Norman Islander war für den Inselflugverkehr prädestiniert: robust, zweimotorig und für kurze Bahnen konzipiert. Für Flugplätze wie Helgoland-Düne, Nordholz/Spieka oder Wilhelmshaven-Mariensiel waren solche Maschinen deutlich geeigneter als größere Regionalflugzeuge.
Der Flugplatz Helgoland-Düne gehört bis heute zu den außergewöhnlichsten Flugplätzen Deutschlands. Die Lage auf der kleinen Nachbarinsel Düne, die Nähe zum Meer und die kurzen Bahnen machen den Flugbetrieb anspruchsvoll – gefordert sind unter anderem Mindestflugerfahrung und Routine auf kurzen Runways.


Für eine Airline wie Helgoland Airlines bedeutete das: Der Betrieb war klein, aber keineswegs einfach. Wetter, Wind, kurze Bahnen, technische Verfügbarkeit und begrenzte Nachfrage stellten hohe Anforderungen an Planung, Sicherheit und Organisation. Genau hier zeigt sich die Nähe zum IAAI-Gedanken: Luftfahrt ist immer auch Sicherheitskultur. Wer Flugbetrieb organisiert, muss Risiken erkennen, Prozesse strukturieren, Personal qualifizieren und technische wie medizinische Aspekte zusammenführen.
Die heutige IAAI Arbeitssicherheit GmbH ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen für Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit, gegründet 1987 in Berchtesgaden. Zum heutigen Leistungsspektrum gehören betriebsärztliche Betreuung, arbeitsmedizinische Vorsorge, Impfberatung, Sicherheitstechnik, Gefährdungsbeurteilungen, Brandschutz, BGM und digitale Lösungen.
Dass ausgerechnet aus diesem Umfeld eine Fluggesellschaft entstand, ist kein Zufall. Der Luftfahrtbezug reicht bis zu Dr. Johannes A. Angerer, der unter anderem als Betriebsarzt, Fliegerarzt und Notarzt tätig war und leitende Positionen in Luftfahrtunternehmen innehatte. Aus einem Institut mit arbeitsmedizinischer, sicherheitstechnischer und flugmedizinischer Kompetenz entstand mit IAAI Air Service beziehungsweise Helgoland Airlines ein praktisches Luftfahrtunternehmen für den norddeutschen Inselflugverkehr. Heute steht die IAAI wieder klar für das, was schon damals im Hintergrund entscheidend war: sichere Organisation, medizinische Kompetenz, technische Verlässlichkeit und Verantwortung gegenüber Menschen.
Helgoland Airlines war eine kleine, aber besondere Fluggesellschaft. Sie verband Helgoland mit Nordholz, Wilhelmshaven, Hamburg, Wangerooge und zeitweise weiteren Zielen – mit Linienflügen, Tagesausflügen, Charter und Rundflügen.
Für die heutige IAAI Arbeitssicherheit GmbH ist diese Geschichte ein ungewöhnliches, aber wertvolles Kapitel: Sie zeigt, dass Sicherheit, Medizin, Technik und Organisation schon früh miteinander verbunden waren – genau die Prinzipien, die heute den Kern unserer Arbeit bilden.
Diese Haltung prägt uns bis heute: Wir übernehmen Verantwortung für Gesundheit und Sicherheit in Unternehmen – bundesweit, aus einer Hand. Lernen Sie unsere Leistungen kennen oder fordern Sie unverbindlich Ihr Angebot an.
Autor: Johannes F. Angerer, Betriebsarzt und COO der IAAI Arbeitssicherheit GmbH. Stand: 2026.
