Eignung · G 25 · Fassung Januar 2022

G25-Untersuchung: Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten

Auf einen Blick: Wer Berufskraftfahrer, Stapler, Kran, Anlagen oder Lokomotiven steuert, benötigt eine Eignungsbeurteilung nach G 25. Sehleistung, Hörvermögen, Reaktionsvermögen und psychische Belastbarkeit stehen im Fokus — und die Konsequenz ist eindeutig: Wer nicht geeignet ist, darf das Fahrzeug nicht führen.
Johannes F. Angerer · Arzt im arbeitsmedizinischen Dienst · Veröffentlicht 22. Februar 2026 · Aktualisiert 30. April 2026 · 12 Min Lesezeit

„Bei Tätigkeiten, bei denen sich aus der Gefährdungsbeurteilung Risiken für Dritte ergeben können, sind regelmäßige Eignungsbeurteilungen vorzusehen.“

— DGUV Empfehlung „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“ (G 25), Fassung Januar 2022, S. 1082

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1. Worum geht es bei G 25?

G 25 ist eine Eignungsbeurteilung — keine ArbMedVV-Pflichtvorsorge. Sie prüft, ob eine Person verkehrsmedizinisch geeignet ist, um Fahrzeuge und Anlagen sicher zu führen. Die Konsequenz ist eindeutig: Bei festgestellter Nicht-Eignung darf die Tätigkeit nicht (mehr) ausgeübt werden.

Anlass kann sein: Berufskraftfahrer (FeV), Flurförderzeuge (DGUV Vorschrift 68), Krane (DGUV Vorschrift 52), Anlagensteuerung in Leitwarten, Loks (EBO), Straßenbahnen (BOStrab) oder andere Fahrzeuge mit Drittgefährdung.

2. Rechtsgrundlagen

  • Fahrerlaubnisverordnung (FeV): Klassen C1, C, D1, D und die zugehörigen Anhängerklassen gelten höchstens 5 Jahre (§ 23 Abs. 1 FeV). Verlängert wird nur mit ärztlichem Nachweis nach Anlage 5 Nr. 1 und Anlage 6 (§ 24 Abs. 1 FeV), und zwar in jedem Alter; für die Klassen D, D1, DE und D1E verlangt Anlage 5 Nr. 2 ab 50 zusätzlich Leistungstests.  
  • BOKraft: Verordnung über den Betrieb von Kraftfahrunternehmen im Personenverkehr.
  • Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) und BOStrab (Straßenbahn).
  • DGUV Grundsatz G 25 als Leitfaden für Eignungsbeurteilungen.
  • DGUV Vorschriften: 52 (Krane), 68 (Flurförderzeuge).

3. Branchen-Schlaglicht

Top-3-Branchen aus IAAI-Sicht

  1. Logistik / Speditionen — Berufskraftfahrer Klasse C/CE/D/DE. FeV-Pflicht: Nachweis nach Anlage 5 und 6 bei Verlängerung, spätestens alle 5 Jahre; für D/DE ab 50 zusätzlich Nachweis nach Anlage 5 Nr. 2.
  2. Industrie (Stapler, Kran, Anlagenführer) — G 25 als Eignungsstandard, Nachuntersuchungen nach der jeweiligen Rechtsgrundlage oder betrieblichen Regelung sowie bei Anlass; die Abstände legt der Arzt je nach Alter und Befund fest.
  3. ÖPNV / Eisenbahn — Tätigkeiten nach EBO/BOStrab mit eigenen Fristen und Anforderungen.

4. Untersuchungsumfang

4.1 Anamnese

Vegetative Anamnese, Suchtmittel, Medikamente (insb. sedativ-wirkende), kardiale Vorerkrankungen, Anfallsleiden, Diabetes mellitus, schwere ophthalmologische und HNO-Befunde. Arbeitsanamnese: gefahrene Klassen, Stundenkilometerleistung, Schichtarbeit.

4.2 Klinische Untersuchung

UntersuchungZweck
Optometrie (Visus Nähe, Ferne, Farbsehen, Gesichtsfeld)Sehschärfe nach Tätigkeit (DGUV-Empfehlung); Klassen C und D: 0,8 auf dem besseren, 0,5 auf dem schlechteren Auge (Anlage 6 FeV); Perimetrie
AudiometrieHörvermögen nach den Kriterien der DGUV-Empfehlung
BlutdruckHypertonie
EKG & ggf. ErgometrieKardiopulmonale Belastbarkeit, EKG bzw. Ergometrie nach ärztlicher Indikation
Reaktionstest (z. B. ART2020)Aufmerksamkeit, Reaktionsvermögen
Glukose, Leberwerte (GPT, GGT) und MCVDiabetes-Einstellung, Alkohol-Marker
ggf. Drogen-Screening (Urin)Bei Verdacht oder gesetzlicher Vorgabe

4.3 Fristen

  • FeV (LKW > 3,5 t): Nachweis nach Anlage 5 Nr. 1 und Anlage 6 bei jeder Verlängerung, spätestens alle 5 Jahre, unabhängig vom Alter. Zusätzliche Leistungstests ab 50 verlangt Anlage 5 Nr. 2 nur für die Busklassen D, D1, DE und D1E.
  • Stapler / Kran: Nachuntersuchungen nach der jeweiligen Rechtsgrundlage oder betrieblichen Regelung sowie bei Anlass; die Abstände legt der Arzt je nach Alter und Befund fest.
  • EBO/BOStrab: nach Branchenvorschrift, häufig jährlich.
  • Anlass: Nach Unfall, AU > 6 Wochen, neuer Erkrankung mit Fahreignungsrelevanz.

5. Beurteilungskriterien

Disqualifizierende Befunde umfassen u. a.:

  • Anfallsleiden — differenzierte Bewertung nach DGUV Information 250-001 und Begutachtungsleitlinien
  • Schwere kardiovaskuläre Erkrankungen mit Synkope-Risiko
  • Schwerer, nicht eingestellter Diabetes mellitus mit Hypoglykämie-Neigung
  • Sehleistung unter den Grenzwerten (FeV/G 25)
  • Schwerer Hörverlust ohne Versorgung
  • Drogen-, Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit
  • Schwere psychische Erkrankungen mit Auswirkung auf Aufmerksamkeit und Impulskontrolle
Vorsicht: Bei Schlaf-Apnoe-Syndrom mit Tagesmüdigkeit ist die Eignung zur Personenbeförderung nur mit nachweislich erfolgreicher CPAP-Therapie und regelmäßiger Kontrolle gegeben.

6. IAAI in der Praxis

  • Optometrie und Audiometrie in der eigenen Praxis — ohne Überweisung an externe Augen- oder HNO-Ärzte.
  • Reaktionstests in standardisiertem Setting.
  • Belastungs-EKG bzw. Ergometrie nach ärztlicher Indikation.
  • Klare Bescheinigung mit Fahrerlaubnisklasse, Fristen und Auflagen (z. B. Brille, CPAP-Pflicht).
  • Dokumentation in unserer digitalen Vorsorgekartei — Sie sehen Fristen für Ihre Fahrer auf einen Blick.

7. Häufige Fragen (FAQ)

Wer braucht G 25?

Berufskraftfahrer (FeV-Klasse C/CE/D/DE), Stapler-, Kran- und Anlagenführer, ggf. Eisenbahn- und ÖPNV-Personal. Auch Werksverkehr ohne Fahrerlaubnispflicht kann eine G 25 erforderlich machen, wenn die Gefährdungsbeurteilung dies vorgibt.

Wie oft müssen LKW-Fahrer zur G 25?

FeV: Die Fahrerlaubnis der Klassen C und CE gilt höchstens 5 Jahre; für jede Verlängerung ist ein ärztlicher Nachweis nach Anlage 5 und 6 nötig, unabhängig vom Alter (§§ 23, 24 FeV). Stapler/Kran: Nachuntersuchungen nach der jeweiligen Rechtsgrundlage oder betrieblichen Regelung sowie bei Anlass; die Abstände legt der Arzt je nach Alter und Befund fest. Spezialvorschriften (BOKraft, EBO, BOStrab) können abweichen.

Wer trägt die Kosten?

Der Arbeitgeber, wenn er die betriebliche Untersuchung verlangt. Sie findet in der Regel während der Arbeitszeit statt. Anders bei der Verlängerung der eigenen Fahrerlaubnis der Klassen C und D: Die ärztlichen Nachweise bringt der Inhaber selbst bei (§ 24 Abs. 1 FeV, Anlage 5). Eine Kostenübernahme durch den Arbeitgeber sieht die FeV nicht vor; sie richtet sich nach Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Was passiert bei Brille oder Kontaktlinsen?

Sehhilfen sind erlaubt, sofern damit die Sehleistungs-Grenzwerte erreicht werden. Auf der Bescheinigung wird die Auflage „mit Sehhilfe“ vermerkt.

Was bei Diabetes mellitus?

Insulinpflichtiger oder schlecht eingestellter Diabetes mit Hypoglykämie-Neigung kann die Eignung einschränken. Eine Stellungnahme der Diabetologie ist häufig erforderlich.

Reicht eine G 25 für alle Fahrzeugklassen?

Nein. Die Bescheinigung wird auf konkrete Klassen und Tätigkeiten ausgestellt. Eine LKW-Bescheinigung gilt nicht automatisch für Stapler oder Kran.

Was tun bei Schlaf-Apnoe?

Diagnostik im Schlaflabor, ggf. CPAP-Therapie mit nachgewiesener Wirksamkeit (z. B. Polygraphie unter Therapie). Erst dann ist eine bedingte Eignung mit engmaschiger Kontrolle möglich.

Wie lange dauert die G 25?

Erstuntersuchung 45–75 Minuten (inkl. Optometrie, Audiometrie, Reaktionstest, ggf. EKG/Ergometrie, Labor). Nachuntersuchung 30–45 Minuten.

8. Quellen

  • DGUV Empfehlungen zu Eignungsbeurteilungen, Ausgabe September 2024, Empfehlung G 25 „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“, S. 1082–1102
  • Fahrerlaubnisverordnung (FeV) Anlage 5, 6
  • Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung (Bundesanstalt für Straßenwesen, BASt, aktuelle Fassung)
  • BOKraft, EBO, BOStrab
  • DGUV Vorschrift 52 (Krane), DGUV Vorschrift 68 (Flurförderzeuge)
  • DGUV Information 250-001 (Anfallsleiden) und 250-010 (Eignungsbeurteilungen in der betrieblichen Praxis)

Stand: 30. April 2026 · Johannes F. Angerer, Arzt im arbeitsmedizinischen Dienst, IAAI Arbeitssicherheit GmbH. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.

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G25-Untersuchung auf einen Blick

Die G25-Untersuchung prüft, ob Sie gesundheitlich sicher fahren, steuern oder überwachen können, etwa am Stapler, am Kran, im Lkw, im Bus oder in einer Leitwarte. Sie ist eine Eignungsuntersuchung und keine arbeitsmedizinische Vorsorge. Pflicht ist sie nur, wenn eine Vorschrift oder Ihr Arbeitsvertrag die Eignung verlangt. Den Grundsatz G 25 gibt es seit 2022 nicht mehr; maßgeblich ist heute die DGUV-Empfehlung „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“ (Kurzbezeichnung E FSÜ).

Heutiger NameDGUV-Empfehlung „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“ (ehemals G 25)
ArtEignungsuntersuchung, keine Vorsorge nach ArbMedVV
Pflicht?nur mit Grundlage, z. B. FeV (Klassen C und D), DGUV Vorschrift 52 (Krane) und 68 (Flurförderzeuge), EBO, BOStrab oder Arbeitsvertrag; sonst freiwillig
InhaltVorgeschichte, Sehtest (Sehschärfe, Farbsehen, Gesichtsfeld), Hörtest, Blutdruck, Reaktionstest; EKG, Belastungs-EKG oder Labor nach ärztlicher Einschätzung
Für wenBerufskraftfahrer, Stapler-, Kran- und Anlagenführer, ÖPNV und Bahn
Fristnach der jeweiligen Rechtsgrundlage oder betrieblichen Regelung sowie bei Anlass; die Abstände legt der Arzt je nach Alter und Befund fest. Fahrerlaubnis der Klassen C und D: gilt höchstens 5 Jahre, Verlängerung nur mit ärztlichem Nachweis
Kostenbetriebliche Untersuchung: der Arbeitgeber, wenn er sie verlangt; FeV-Nachweise für die eigene Fahrerlaubnis: der Inhaber, soweit nichts anderes vereinbart ist
Wer untersuchtBetriebsarzt: Facharzt für Arbeitsmedizin oder Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin

Ist die G25-Untersuchung Pflicht oder freiwillig?

Eine allgemeine gesetzliche Pflicht zur G25-Untersuchung gibt es nicht. Sie ist eine Eignungsuntersuchung und fällt damit nicht unter die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV). Eine Eignungsuntersuchung darf der Arbeitgeber nur verlangen, wenn es dafür eine Grundlage gibt. Das können sein:

  • eine Rechtsvorschrift, zum Beispiel die Fahrerlaubnisverordnung für die Klassen C und D oder die Vorschriften für Eisenbahn und Straßenbahn (EBO, BOStrab),
  • eine Unfallverhütungsvorschrift, die das Steuern von Kranen (DGUV Vorschrift 52) oder Flurförderzeugen wie Staplern (DGUV Vorschrift 68) nur geeigneten Personen erlaubt,
  • eine Regelung im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung.

Wie der Betrieb die Eignung feststellt, legt er in der Gefährdungsbeurteilung fest. In der Praxis geschieht das meist über eine betriebsärztliche Eignungsuntersuchung. Fehlt jede Grundlage, kann die Untersuchung nur freiwillig erfolgen. Ist sie vorgeschrieben oder vereinbart, darf die Tätigkeit ohne gültige Bescheinigung nicht aufgenommen werden. Die frühere G-Nummer allein begründet keine Pflicht.

Wie läuft die G25-Untersuchung ab?

Ein Termin folgt in der Regel dieser Reihenfolge:

  1. Fragebogen und Vorgespräch: Sie beantworten Fragen zu Vorerkrankungen, Medikamenten und Ihrer Tätigkeit. Die Ärztin oder der Arzt geht die Angaben mit Ihnen durch.
  2. Sehtest: Sehschärfe in Nähe und Ferne, Farbsehen und Gesichtsfeld.
  3. Hörtest: orientierend mit Flüster- und Umgangssprache, bei Hinweisen auf eine Hörminderung ergänzend Ton- oder Sprachaudiometrie.
  4. Kreislauf: Blutdruck, EKG oder Belastungs-EKG nach ärztlicher Einschätzung.
  5. Reaktionstest: am Testgerät, zum Beispiel zu Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit.
  6. Blutentnahme: wenn Laborwerte vorgesehen sind.
  7. Abschlussgespräch: Sie erfahren das Ergebnis und eventuelle Auflagen, etwa eine Sehhilfe.

Laborwerte liegen manchmal erst nach dem Termin vor. Die Bescheinigung kann dann nachgereicht werden.

Bitte bringen Sie mit:

  • Personalausweis und, bei Berufskraftfahrern, den Führerschein
  • Brille, Kontaktlinsen oder Hörgeräte, die Sie bei der Arbeit tragen
  • eine aktuelle Liste Ihrer Medikamente
  • vorhandene Befunde, etwa vom Augenarzt, aus der Kardiologie, der Diabetologie oder dem Schlaflabor
  • die letzte Eignungsbescheinigung, falls vorhanden

Die Sehleistung wird mit der Korrektur geprüft, die Sie beim Fahren oder Steuern tragen. Wer die Brille vergisst, braucht unter Umständen einen zweiten Termin. Ist ein Belastungs-EKG geplant, kommen Sie in bequemer Kleidung.

Darf der Hausarzt die G25-Untersuchung machen?

Für die betriebliche Untersuchung sind Ärztinnen und Ärzte mit der Facharztbezeichnung Arbeitsmedizin oder der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin die richtige Adresse. Diese Qualifikation schreibt § 7 ArbMedVV für die arbeitsmedizinische Vorsorge vor. Bei Eignungsuntersuchungen ist sie fachlich ebenso sinnvoll, weil die Beurteilung den konkreten Arbeitsplatz und die Gefährdungsbeurteilung einbeziehen muss.

Hausärztliche Befunde sind trotzdem hilfreich. Bringen Sie sie mit, damit nichts doppelt untersucht wird. Fragen Sie im Zweifel vorab, ob Ihr Arbeitgeber eine bestimmte Praxis beauftragt hat. Die ärztliche Bescheinigung für die Verlängerung der Fahrerlaubnis der Klassen C und D nach Anlage 5 FeV ist ein eigener Nachweis. Sie ersetzt die betriebliche Eignungsbeurteilung nicht automatisch. Beide lassen sich aber in einem Termin verbinden. Für die Klassen D und D1 verlangt Anlage 5 Nr. 2 FeV bei der Erteilung und ab 50 Jahren bei der Verlängerung zusätzlich Leistungstests; dieses Gutachten erstellt ein Arzt mit Gebietsbezeichnung Arbeitsmedizin oder Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin oder eine Begutachtungsstelle für Fahreignung. Die FeV-Nachweise dürfen bei Antragstellung nicht älter als ein Jahr sein.

Was erfährt der Arbeitgeber nach der G25-Untersuchung?

Mit Ihrer Einwilligung erhält der Arbeitgeber eine Bescheinigung mit dem Ergebnis der Eignungsbeurteilung. Sie nennt die Tätigkeit oder Fahrzeugklasse, das Ergebnis, Auflagen wie „mit Sehhilfe“ und den nächsten Termin. Die DGUV-Empfehlung unterscheidet vier Ergebnisse:

  • Eignung gegeben, keine Maßnahmen erforderlich,
  • Eignung unter bestimmten Voraussetzungen, etwa mit Brille oder mit technischen oder organisatorischen Schutzmaßnahmen,
  • Eignung mit verkürzter Frist bis zur nächsten Beurteilung, wenn sich eine Erkrankung verändern kann,
  • in der Regel keine Eignung, wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg versprechen; dann ist ein Tätigkeitswechsel zu erwägen.

Diagnosen, Messwerte und Laborbefunde bleiben bei der Ärztin oder dem Arzt. Sie unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht. Auch bei Bedenken erfährt der Arbeitgeber nur, dass die Eignung für die genannte Tätigkeit fehlt oder eingeschränkt ist. Den medizinischen Grund erfährt er nicht.

Was passiert, wenn man die G25-Untersuchung nicht besteht?

„Nicht bestanden“ heißt bei der G25-Untersuchung: Die Ärztin oder der Arzt hat gesundheitliche Bedenken gegen die konkrete Fahr- oder Steuertätigkeit. Das bedeutet nicht automatisch das Ende der Tätigkeit. Oft lässt sich die Ursache behandeln: eine neue Brille, ein besser eingestellter Blutdruck oder eine wirksame Therapie bei Schlafapnoe. Danach folgt eine erneute Untersuchung. Bei befristeten Bedenken nennt die Bescheinigung in der Regel, wann sie sinnvoll ist. Ist die Eignung für die Tätigkeit vorgeschrieben oder vereinbart, darf sie bis dahin nicht ausgeübt werden.

Für den Betrieb heißt das: vorübergehend Aufgaben ohne Fahr- oder Steuertätigkeit prüfen und die Nachuntersuchung früh terminieren. Arbeitsrechtliche Fragen bei dauernden Bedenken klären Sie mit der Personalabteilung oder einer Rechtsberatung. Der Betriebsarzt berät zur gesundheitlichen Seite.

G25-Untersuchung und Vorsorge: Was ist der Unterschied?

Die Eignungsuntersuchung klärt, ob jemand eine Fahr- oder Steuertätigkeit sicher ausüben kann, ohne sich oder andere zu gefährden. Der Arbeitgeber erfährt mit Ihrer Einwilligung das Ergebnis. Die arbeitsmedizinische Vorsorge nach ArbMedVV dient dagegen Ihrem eigenen Gesundheitsschutz; aus ihr erfährt der Arbeitgeber nur, dass sie stattgefunden hat und wann die nächste ansteht. Mehr dazu im Beitrag Eignungsuntersuchung oder arbeitsmedizinische Vorsorge.

Für dieselben Beschäftigten können neben der G25-Untersuchung Vorsorgen anfallen, zum Beispiel bei Lärm oder bei Ganzkörper-Vibrationen auf Staplern und Baumaschinen. Welche das sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung.

Vorsorge und Eignungsuntersuchung sollen nach § 3 Abs. 3 ArbMedVV nicht zusammen stattfinden, es sei denn, betriebliche Gründe erfordern das. Dann legt der Arzt die unterschiedlichen Zwecke offen, und Inhalte und Bescheinigungen bleiben getrennt.

Wie organisieren Arbeitgeber die G25-Untersuchung im Betrieb?

Bewährt hat sich ein fester Ablauf:

  1. In der Gefährdungsbeurteilung festhalten, welche Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten eine Eignungsbeurteilung erfordern.
  2. Die Grundlage klären: Rechtsvorschrift, Unfallverhütungsvorschrift oder vertragliche Regelung.
  3. Neue Beschäftigte vor dem ersten Einsatz untersuchen lassen.
  4. Fristen je Person und Fahrzeugklasse nachhalten und Nachuntersuchungen rechtzeitig planen.
  5. Nach längerer Arbeitsunfähigkeit oder einem Unfall eine Anlassuntersuchung veranlassen.

Unterweisung und schriftliche Beauftragung, etwa für Staplerfahrer, sind eigene Pflichten. Sie ersetzen die Eignungsuntersuchung nicht. Bewahren Sie die Bescheinigungen so auf, dass Sie jederzeit nachweisen können, wer für welche Tätigkeit beurteilt wurde.

G25-Untersuchung mit IAAI

IAAI führt die G25-Untersuchung bundesweit durch, in unseren Praxen oder vor Ort in Ihrem Betrieb. Sie müssen also keine Praxis in der Nähe suchen: Wir kommen mit Seh- und Hörtest zu Ihren Fahrern. Die Fristen sehen Sie in der digitalen Vorsorgekartei. Welche Vorsorgen für Ihre Tätigkeiten zusätzlich gelten, zeigt der Vorsorge-Rechner. Für Ihr Unternehmen können Sie direkt ein Angebot anfordern. Warum aus „G 25“ eine DGUV-Empfehlung wurde, erklärt der Beitrag Neue DGUV Empfehlungen.

Was ist die G25-Untersuchung?

Die G25-Untersuchung ist eine Eignungsuntersuchung für Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten, etwa am Stapler, am Kran, im Lkw oder in der Leitwarte. Sie klärt, ob gesundheitliche Gründe gegen die sichere Ausübung sprechen. Grundlage ist heute die DGUV-Empfehlung „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“, die den früheren Grundsatz G 25 abgelöst hat.

Wie heißt die G25-Untersuchung heute?

Sie heißt heute DGUV-Empfehlung „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“, Kurzbezeichnung E FSÜ. Die DGUV hat ihre früheren Grundsätze, darunter G 25, im Jahr 2022 durch die DGUV Empfehlungen ersetzt. Im Betrieb ist der Name „G25-Untersuchung“ trotzdem weiter üblich.

Was wird bei der G25-Untersuchung gemacht?

Bei der G25-Untersuchung werden Vorgeschichte, Sehvermögen, Hörvermögen, Blutdruck und meist das Reaktionsvermögen geprüft. Je nach Tätigkeit und Befund kommen nach ärztlicher Indikation EKG, Belastungs-EKG oder Laborwerte hinzu. Zum Schluss bespricht die Ärztin oder der Arzt das Ergebnis mit Ihnen.

Ist die G25-Untersuchung Pflicht oder freiwillig?

Die G25-Untersuchung ist Pflicht, wenn eine Rechtsvorschrift, eine Unfallverhütungsvorschrift oder Ihr Arbeitsvertrag die Eignung verlangt, sonst ist sie freiwillig. Gegen Ihren Willen darf niemand untersucht werden. Ohne Untersuchung lässt sich die Eignung aber nicht feststellen, und Sie dürfen eine Tätigkeit, für die sie vorgeschrieben ist, nicht ausüben.

Was kostet eine G25-Untersuchung?

Einen einheitlichen Preis gibt es nicht. Die Kosten hängen vom Umfang ab, etwa davon, ob nur Seh-, Hör- und Reaktionstest anfallen oder zusätzlich EKG, Belastungs-EKG und Laborwerte. Verlangt der Arbeitgeber die Untersuchung, trägt er die Kosten. Den Preis für Ihren Betrieb nennt Ihnen IAAI im Angebot.

Gehört ein Drogentest zur G25-Untersuchung?

Nein, ein Drogentest ist kein fester Bestandteil der G25-Untersuchung. Ein Urin- oder Bluttest kommt in Betracht, wenn es konkrete Hinweise gibt oder eine Vorschrift ihn verlangt. Er setzt immer Ihre Einwilligung voraus. Eine allgemeine Pflicht zum Urintest gibt es nicht. Hintergrund liefert der Beitrag Drogenkonsum am Arbeitsplatz.

Was passiert bei einem positiven Drogentest?

Der Arbeitgeber erfährt das Testergebnis nicht, sondern nur das Ergebnis der Eignungsbeurteilung. Der Befund unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Spricht er gegen eine sichere Fahr- oder Steuertätigkeit, bescheinigt die Ärztin oder der Arzt gesundheitliche Bedenken, oft befristet bis zu einer Kontrolle.

Wie lange ist die G25-Untersuchung gültig?

Eine gesetzlich festgelegte Gültigkeitsdauer hat die G25-Untersuchung nicht. Auch die DGUV-Empfehlung nennt keine festen Fristen, sondern verweist auf die jeweilige Rechtsgrundlage. Einen nächsten Termin vermerkt die Ärztin oder der Arzt auf der Bescheinigung, früher etwa bei Erkrankungen, die sich verändern können. Eine erneute Beurteilung kommt außerdem bei begründeten Zweifeln an der Eignung, bei einer geänderten Tätigkeit oder Gefährdung in Betracht. Für die Fahrerlaubnis der Klassen C und D gilt daneben die Frist der FeV von höchstens 5 Jahren.

Welche Sehwerte braucht man für die G25-Untersuchung?

Für Lkw- und Busfahrer der Klassen C und D verlangt Anlage 6 FeV eine Sehschärfe von mindestens 0,8 auf dem besseren und 0,5 auf dem schlechteren Auge, Brille oder Kontaktlinsen erlaubt. Für Stapler- und Kranführer nennt die DGUV-Empfehlung als Orientierung eine Sehschärfe in der Ferne von 0,63 auf dem besseren und 0,5 auf dem schlechteren Auge oder beidäugig 0,8, jeweils mit eigener Sehhilfe. Für Pkw, Erdbaumaschinen und Flurförderzeuge ohne Hubeinrichtung genügen bei der Erstuntersuchung 0,5 auf beiden Augen oder beidäugig 0,63. Maßgeblich bleibt die Beurteilung für den konkreten Arbeitsplatz. Geprüft werden auch Farbsehen und Gesichtsfeld.

Können G20, G25 und G41 in einem Termin stattfinden?

Ja, wenn betriebliche Gründe das erfordern. G25 und G41 sind beide Eignungsuntersuchungen und lassen sich ohne Weiteres verbinden. Die Lärmvorsorge (G20) ist dagegen Vorsorge nach ArbMedVV; sie soll nach § 3 Abs. 3 ArbMedVV nur aus betrieblichen Gründen mit einer Eignungsuntersuchung zusammen stattfinden, und der Arzt muss die unterschiedlichen Zwecke offenlegen. Die Bescheinigungen bleiben getrennt.

Ist die G25-Untersuchung dasselbe wie die Führerscheinuntersuchung für den Lkw?

Nein. Die Untersuchung nach Anlage 5 und 6 FeV dient der Erteilung und Verlängerung der Fahrerlaubnis der Klassen C und D. Die G25-Untersuchung beurteilt die Eignung für eine konkrete Tätigkeit im Betrieb, auch für Stapler, Krane oder Leitwarten ohne Führerscheinpflicht. Die Inhalte überschneiden sich, etwa beim Sehtest.